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»Unter Bäumen« - Museum Bünde eröffnet neue Sonderausstellung am 1. Juli | 28. 06. 2017


Museumsleiter Michael Strauß lädt in die umfangreiche, neue Sonderausstellung "Wald" ein

Bünde. Wer die Natur liebt, sollte diese Sonderausstellung nicht verpassen. Das Museum Bünde zeigt seine selbst entwickelte Präsentation „Unter Bäumen - der Wald und der Mensch“. Am Samstag, 1. Juli, wird sie eröffnet.
Im Hintergrund singen Vögel, es raschelt, das Wild grast. Die Geräusche kommen nur aus Lautsprechern, aber sie wirken echt. Zwar können - und sollen - sie den Spaziergang im Wald nicht ersetzen, doch in dem großen Ausstellungsraum des Museums regen sie die Fantasie an und machen Lust auf mehr.

Und von diesem „mehr“ gibt es in Bünde viel zu sehen und zu erfahren. Beispielsweise, wie in der Erdfrühzeit aus Pflanzen die ersten Wälder emporwuchsen oder was es heute weltweit an unterschiedlichen Waldarten gibt: unter anderem Regen-, Laub-, Aue- und Nadelwälder.
„Wald ist Lebensraum! Unser Lebensraum. Zwar haben sich die Menschen aus dem Schutz der Wälder zurückgezogen und leben heute überwiegen in Städten. Dennoch sind unsere Wälder für unser Überleben unverzichtbar“, sagt Museumsleiter Michael Strauß.

Wälder speichern und reinigen Wasser und sind somit für die Trinkwassergewinnung unersetzlich. Wälder filtern schädliche Stoffe aus der Luft, verbrauchen das Treibhausgas Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff. Deswegen werden die Wälder auch als die grüne Lunge der Erde bezeichnet.
Insgesamt trägt das Ökosystem Wald entscheidend zum Gleichgewicht in der Natur bei, von dem auch wir letztendlich abhängig sind. Michael Strauß: „Gäbe es plötzlich auf unserem Planeten keinen Wald mehr, würde die Menschheit trotz aller technischen Errungenschaften ernsthaft in Gefahr geraten, auszusterben.“
Dabei gibt es in Deutschland - genau wie in fast allen Teilen Mitteleuropas - keinen echten Urwald mehr. Doch selbst die „gezähmten“ Wälder sind voll von Geheimnissen und unglaublichen Phänomenen: da gibt es ganz junge Bäume, die über Wurzelverbindungen von den Altbäumen mit Nährstoffen versorgt werden, ganz so wie eine Mutter ihr Kind stillt.
Bäume können miteinander kommunizieren. Nicht nur über Duftstoffe, die sie aussenden, sondern vor allem durch ein unterirdisches Pilzgeflecht, über das alle Bäume eines Waldes miteinander verbunden sind. Michael Strauß: „Dieses Netz ist fast genauso effektiv wie das Internet. Wird zum Beispiel ein Baum am Waldrand von Schädlingen angegriffen, so wissen es bald alle Bäume der Nachbarschaft und haben so Gelegenheit, Abwehrstoffe gegen Schädlinge in ihrem Holz einzulagern, was sich zweifelsfrei nachweisen lässt.“ Das Pilzgeflecht leistet diese Nachrichtenübermittlung aber nicht ohne Bezahlung. Die Bäume bezahlen den Pilz mit Zucker, der nur in den grünen Teilen der Pflanze mit Hilfe des Sonnenlichtes gebildet werden kann.
Auch gibt es Bäume, die auf Leben und Tod miteinander kämpfen. Ein jahrein und jahraus andauernder Ringkampf in extremer Zeitlupe, der schließlich damit endet, dass der unterlegene Baum vom Sieger überragt und so überschattet wird, dass ihm buchstäblich das Licht ausgeht und er stirbt. Über diese und andere geheimnisvolle Phänomene berichtet die Bünder Sonderausstellung, aber auch über die Forstwirtschaft und Holznutzung sowie über die Tiere in diesem besonderen Lebensraum.
Die Ausstellung „Unter Bäumen - der Wald und der Mensch“ wurde in großen Teilen vom Museums-Mitarbeiterteam selbst entwickelt und gebaut. Sie wird ergänzt durch Hörstationen von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und des Landesbetriebes Wald und Holz NRW. Auch der NABU ist mit mehreren Schautafeln zum Waldkauz, dem Vogel des Jahres 2017, in der Ausstellung präsent.

Ulrich Franzrahe und Maren Bohnenkemper bereiten das museumspädagogische Programm zum Mitmachen vor, hier sind bereits erste »Eichelmännchen« zu sehen

Außergewöhnliche museumspädagogische Ideen für Kindergruppen und Schulklassen haben Ulrich Franzrahe und Maren Bohnenkemper entwickelt. Die jungen Besucher können, Staunen, Lernen und selbst Mitmachen, zum Beispiel eigene Landschaften mit Eichelmännchen basteln.

Die Öffnungszeiten im Museum Bünde sind dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Gruppen können auch vormittags einen Besuch buchen.
www.museum.buende.de