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Museum Bünde
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Museum Bünde

Museum Bünde (Beschreibung Station 4)

Museum Bünde (Beschreibung Station 4)

Deutsches Tabak- und Zigarrenmuseum

In dem 1828 erbauten Striedieckschen Hof erhalten Sie Einblick in die Welt des Tabaks und des Tabakkonsums. In dem landwirtschaftlichen Gebäude Finden Sie 2230 Exponate und 31 Medienstationen.

Die Ausstellung ist in vier Abteilungen gegliedert:

   

Allgemeine Kulturgeschichte des Tabaks

Der Tabak, mit dem lateinischen Namen Nicotiana, ist eine Pflanzengattung, zu der ca. 75 Arten gehören. Tabak ist nach allem, was wir wissen, eine ursprünglich amerikanische Pflanze und wurde von den indigenen Völkern Amerikas kultiviert.

Sowohl Tabakspfeifen, Zigarren und Zigaretten als auch Kau- und Schnupftabak sind in ihren Urformen von den Indianern entwickelt worden.

Die Kunde des Tabaks kam durch Christoph Columbus nach Europa. Vermutlich brachten Seefahrer, die die Neue Welt bereisten, den Tabak, Anfang des 16. Jahrhunderts, mit. Zunächst wurde Tabak als Heilmittel eingesetzt, dem allerlei Wirkungen zugeschrieben wurden. Zum Ende des 16. Jahrhunderts machte der berühmte Seefahrer Sir Walter Raleigh das Rauchen am englischen Hof salonfähig.

Nicht nur als Genussmittel, auch in Kriegszeiten spielte der Tabak eine besondere Rolle. Egon Cesar Conte Corti schilderte 1930 in seinem Standardwerk zur Geschichte des Tabaks „Die trockene Trunkenheit – Ursprung, Kampf und Triumph des Rauchens“ eindrucksvoll, dass das Rauchen während und nach den Kriegen an Aufschwung und Intensität zunahm:

„Der Dreißigjährige Krieg hat das Rauchen im Nu über ganz Europa verbreitet, und nach ihm begann es Gemeingut aller Welt zu werden. Die Napoleonischen Kriege haben das Rauchen, das einige Jahrzehnte vom Schnupfen bedenklich in den Hintergrund gedrängt war und von vielen schon totgesagt wurde, in der neuen Form des Zigarrenrauchens wieder eingeführt. Der Krimkrieg hat die Zigarette gefördert, und nach dem Weltkrieg endlich hat das Rauchen in allen Landen in unerhörtem Maße zugenommen. [...] Wenn auch der Gang der Kriegsereignisse, Unregelmäßigkeit und Mangel zeitweise den Nachschub empfindlich störten, so waren doch alle Oberkommandierenden im Kriege bestrebt, die Leute ausreichend mit Tabak zu versorgen, denn sie sahen darin ein Nervenbetäubungsmittel, das die Soldaten über die Furchtbarkeit des Geschehens etwas hinwegtäuschen sollte.“

   

Tabakanbau in Deutschland

Seit über 400 Jahren wird in Deutschland Tabak angebaut. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einer großen Ausbreitung. Ca. 200.000 Landwirtschaftsbetriebe bauten in Deutschland damals auf über 30.000 ha Tabak an.

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts begann die Europäische Union, den Tabakanbau in Europa mit Subventionen von 1 Milliarde Euro jährlich zu fördern. Davon entfielen rund 150 Millionen Euro auf den Tabakanbau in Deutschland. Seit 2005 wurden jedoch 20 Prozent der Subventionen gezielt dafür eingesetzt, Tabakpflanzer zum Umsteigen auf andere Erzeugnisse zu ermuntern.

Im Jahr 2010 wurden die Subventionen der EU für den Tabakanbau in der EU eingestellt. In Deutschland wird nur noch vereinzelt Tabak angebaut.

   

Die Geschichte der Zigarrenindustrie im Minden-Ravensberger Land

Durch den Import maschinell gefertigter, billiger Baumwollstoffe aus England lag das Leinewebergewerbe im Minden-Ravensberger Land in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts am Boden.

So gab es hier für die Ansiedlung des Tabak verarbeitenden Gewerbes hier sehr gute Voraussetzungen:

  • Viele handwerklich geschickte Menschen suchten dringend neue Erwerbsquellen.
  • Es wurden fast ausschließlich Rohtabake aus Übersee verarbeitet. Diese konnten von Bremen günstig über die Weser hierher geliefert werden.
  • Minden-Ravensberg gehörte zu Preußen und damit zum Gebiet des Deutschen Zollvereins. Hier war die Einfuhr von Rohtabak nur mit geringen Einfuhrzöllen belegt, die Einfuhr fertig hergestellter Zigarren hingegen mit hohen Einfuhrzöllen. Um innerhalb des Gebietes des Zollvereins Zigarren mit guter Gewinnspanne zu verkaufen, war es daher von großem Vorteil, diese auch im Zollinland herzustellen.


1842 nahm der Zigarrenhersteller Georg Meyer in Bünde eine Zigarrenproduktion auf. 1843 folgte Tönnies Wellensiek, der allgemein als der Begründer der Bünder Zigarrenindustrie gilt.

Schnell bildeten sich immer mehr Fabriken. Zunehmend wurden neben der Fabrikarbeit die Zigarren in Heimarbeit hergestellt. Während der Blütezeit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war ein Großteil der Bünder Bevölkerung in der Zigarrenindustrie beschäftigt. Ab Anfang der 50er Jahre setzte eine Zeit des Niedergangs für die Zigarrenindustrie ein. Heute ist die Zahl der zigarrenproduzierenden Betriebe bis auf drei geschrumpft.

   

Rauchen und Gesundheit

Die Einschätzung der Wirkung des Tabaks auf die Gesundheit erfährt im Laufe der Zeit eine vielfache Wandlung. Zunächst als Heilmittel geschätzt, setzte sich spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine negative Einschätzung zunehmend durch.

Heute sind die Gefahren durch das Rauchen unumstritten. Rauchen ist eine der wichtigsten Einzelursachen für vorzeitiges und gehäuftes Auftreten von Krankheit, Invalidität und Tod.

Neun von zehn Lungenkrebstoten waren starke Raucher. Bis zu einem Viertel aller Herz-Kreislauf-Krankheiten und peripheren Durchblutungsstörungen, wie z.B. das Raucherbein, wird durch Rauchen verursacht.

Deutsches Tabak- und Zigarrenmuseum
Das Deutsche Tabak- und Zigarrenmuseum wurde 1937 gegründet. Es residiert seither im alten Striedieckschen Hof, einem malerischen Fachwerkhaus, das obendrein eine Beziehung zum Tabak hat; denn die Striedieks waren schon 1876 Zigarrenfabrikanten geworden, weil ihnen das Geschäft mit dem Tabak einträglicher schien als die Arbeit auf dem Acker. Zugnummer der kleinen kultur- und wirtschaftsgeschichtlichen Schau von 1937 wurde eine riesige Zigarre. Sie ist 1,60 Meter lang und war die Antwort von vier Bünder Zigarrenmachern auf die amerikanische Herausforderung, die größte Zigarre der Welt zu besitzen.
Heute präsentiert das Deutsche Tabak- und Zigarrenmuseum seinen Besuchern eine geschlossene, eindrucksvolle Zusammenschau des Tabaks. Von der Santa Maria des Kolumbus und Wegbereitern wie Sir Walter Raleigh und Jean Nicot über Friedrich den Großen und Hoffmann von Fallersleben spannt sich der Bogen der Geschichte bis in die Gegenwart mit Carl Zuckmayer und Theodor Heuss, vorbei an grotesken Pfeifen und leuchtenden Dosen, an launigen Stichen, vergilbten Deklarationen und bauchigen Töpfen.

Fachwerkensemble im Museum Bünde (Heimatmuseum)

   

Dammhaus (Museum Bünde)

Das "Dammhaus" ist ein Kötterhaus aus dem Jahre 1595. Es gehörte zum Rittergut Bustedt am südöstlichen Stadtrand von Bünde und stand bis 1972 in unmittelbarer Nachbarschaft der Wasserburg. 1975 wurde es in den Museumsbereich umgesetzt. Das Dammhaus gehört zur Gruppe der Niederdeutschen Hallenhäuser und ist der Konstruktion nach ein Zweiständerhaus. Mehrere Besonderheiten erheben es zum Baudenkmal. Es ist das älteste Bauernhaus des Kreises Herford. Beeindruckend ist die Holzfülle des Baukörpers. Die wuchtigen Ständer, Balken und Konsolen sind der Schmuck des Hauses. Auffallend ist auch der dreifach vorgekragte Steilgiebel mit seinem schlichten Bretterbehang gegenüber dem Walm des Wohngiebels. Ausgestellt sind Möbel, Hausrat und Arbeitsgerät der bäuerlichen Bevölkerung Minden-Ravensbergs.
   

Haus Hurlbrink (Museum Bünde)

Das "Hurlbrinksche Haus" stand bis 1976 in unmittelbarer Nähe zum Striedieckschen Hof und wurde hier 1979 wiedererrichtet. Es ist ein dreischiffiges Vierständerhaus mit linksseitiger Stubenauslucht aus dem 17. Jahrhundert. 1688 wurde es von Ludwig Oppermann gekauft, wie die Toninschrift besagt. Als Typ eines Ackerbürgerhauses einer mittleren städtischen Sozialschicht ist das Haus ein kulturgeschichtliches Dokument. Die verschiedenen Umbauphasen zeigen den Wandel vom Kleinbauernhaus zum Handwerkerhaus mit mehreren Mietern. Die Ausstattung zeigt, wie man um 1900 in Bünde lebte und arbeitete. Neben Küche, Stube und Kammern ist eine Schusterwerkstatt zu besichtigen. Ein Krämerladen erinnert an Großmutters Zeiten.
   

Spieker (Museum Bünde)

Der "Spieker" wurde 1787 auf dem Meyerhof in Bünde - Spradow errichtet. Johann Heinrich Meyer zu Spradow heiratete 1806 auf Striediecks Hof und brachte den Kornspeicher mit. Das "Verfahren" des Spiekers erinnert daran, dass Bauernhäuser einst zur fahrenden Habe gehörten. In Bünde wurde das Gebäude bald zweckentfremdet. Es diente im vergangenen Jahrhundert als Gefängnis. Die Einsitzenden vertrieben sich die Zeit, indem sie allerlei Figuren und Zeichen in die Verbretterung des Obergeschosses schnitten. Die ausgestellten Geräte zur Textilherstellung dokumentieren neben historischen Fotos den Weg vom Flachs zum Leinen und erinnern an das "Linnenländchen" Ravensberg, wo um 1800 etwa 20.000 Spinnräder surrten.
   

Striediecks Hof (Museum Bünde)

Der Striediecksche Hof ist ein 1830 errichtetes zweiflügeliges städtisches Bauernhaus mit Krüppelwalmdach. Hier und in zwei weiteren Fachwerkhäusern der Hofanlage stehen herrliche alte Bauernschränke, deren kernige Eiche reiches Schnitzwerk und farbenfrohe Bemalung überziehen. Neben massigen Truhen thronen fürstliche Himmelbetten mit dem "Help up" und der "Hohen Kante". Die Möbel stammen überwiegend aus den zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge gelegenen Landesteilen des einstigen preußischen Territoriums Minden - Ravensberg. Die Sammlung historischer Bauernmöbel gehört zu den größten dieser Art in Westfalen. Sie zeigt Truhen, Schränke und Bettstellen, weiterhin Uhren und Wiegen, Tische, Stühle und Kästen neben anderen Kleinmöbeln. Zu Striediecks Hof gehören drei interessante Nebengebäude, in denen Teile der volkskundlichen Sammlung des Kreisheimatmuseums ausgestellt sind.

Dobergmuseum - Geologisches Museum Ostwestfalen-Lippe

Im Tiefgeschoss des Dobergmuseums ist die geologische Daueraustellung "Expedition Doberg" untergebracht.

Im Süden der Stadt Bünde gibt es ein Areal mit dem Namen Doberg, in dem früher kalkhaltiges Mergelgestein als „Dünger“ für die Landwirtschaft der Umgebung abgebaut wurde. Durch die tiefen Einschnitte des Gesteinsabbaues wirkt dieses Gebiet, heute wie eine mit steilen Hügeln besetzte Senke. Die Gesteine, die hier abgebaut wurden, sind im Mittel 30 Millionen Jahre alt und stammen aus einem Zeitabschnitt, der in der geologischen Wissenschaft als das Oligozän bezeichnet wird.

Die Gesteinsschichten des oberen, also jüngeren Abschnitts des Oligozän, mit der Bezeichnung Chatt, sind am Doberg so vollständig erhalten, dass der Doberg als einer der weltweit gültigen geologischen Referenzpunkte für das Chatt anerkannt ist.

In der damaligen Zeit befand sich hier der Küstenbereich eines subtropischen Meeres, in dem Haie, Seekühe und Zahnwale schwammen. Auf dem Meeresgrund dieses flachen Küstenabschnittes lebten zahlreiche kleinere Lebewesen wie Seeigel, Armfüßer, Muscheln und Krebse.

Die geologische Dauerausstellung des Dobergmuseums bietet auf ca. 550 m2 Ausstellungsfläche, neben nahezu 1000 vor allem aus der Region stammenden Exponaten, verschiedene interaktive Stationen, mit deren Hilfe sich die Besucher selbstständig in die faszinierende Welt der regionalen Erdgeschichte einarbeiten können.

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