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04.12.2017

Ausstellung "Von Vogelfängern, Venntüten und  Plaggenstechern""

Museumsleiter Michael Strauß mit einem Buch über die Arbeiten von Dr. Hermann Reichling. Die Bilder des Fotografen und Naturschützers sind vom 10. Dezember bis zum 4. April im Bünder Museum zu sehen

Bünde. Mit einer riesigen Plattenkamera zog der Naturschützer und Philosoph Hermann Reichling vor rund 100 Jahren los in die westfälischen Naturlandschaften. Er hielt das, was er sah, was ihn faszinierte in Fotografien fest. Fast 90 der eindrucksvollen Werke und einige später entstandene Filme präsentiert das Museum Bünde ab dem 10. Dezember in der neuen Ausstellung „Vogelfänger, Venntüten und Plaggenstecher“.
„Das Besondere an der neuen Ausstellung ist, dass Reichling Kulturlandschaften festgehalten hat“, sagt Museumsleiter Michael Strauß. „Also Natur, die so nur durch den Einfluss und die Nutzung des Menschen entstehen konnte.“ Trotzdem sei sie unwiederbringlich verloren und die Fotografien deshalb ein besonderer Schatz.
Hermann Reichling, der Ornithologie und Philosophie an der Universität Münster studierte, gilt heute als erster bedeutender Naturfotograf Nordwestdeutschlands. Schon damals beobachtete er, wie sehr der Mensch in die Natur eingriff und die Landschaften veränderte. Mit seinen Fotografien dokumentierte Reichling die damit verbundenen Gefahren und begann sich unermüdlich für die Erhaltung der Ursprünglichkeit der Region einzusetzen. Dabei hielt er mit seiner Plattenkamera Tiere, Bäume, einzigartige Pflanzen und Landschaftstypen fest. 1919 wurde Reichling Direktor des heutigen Museums für Naturkunde des Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) und 1926 Geschäftsführer des neu gegründeten Westfälischen Provinzialkomitees für Naturdenkmalpflege.
Das Naturkundemuseum hat einen einmaligen Schatz an Glasplattennegativen von Hermann Reichling. Weitere befinden sich im Privatbesitz der Familie Reichling. „Der Westfälische Naturwissenschaftliche Verein und der Westfälische Heimatbund haben die Digitalisierung der Glasplattennegative angeregt“, so Strauß. „Die NRW-Stiftung hat das Projekt dann gefördert.“
Ab Sonntag, 10. Dezember, ist die Ausstellung des LWL-Museums für Naturkunde nun für knapp vier Monate in Bünde zu sehen. Neben den Fotografien werden auch Vitrinen mit präparierten Tieren und Werkzeugen des Naturfotografen zu sehen sein. „Auch die uralte Plattenkamera können sich die Besucher anschauen“, sagt der Museumsleiter. Bei der Eröffnung ab 11 Uhr durch Bürgermeister Wolfgang Koch wird ein Vertreter des LWL-Museums in die Ausstellung und die Arbeit von Hermann Reichling einführen.
„Die Werke haben einen naturkundlichen, aber auch einen künstlerischen Aspekt“, sagt Michael Strauß. Die Ausstellung eigne sich für Schulen daher gut zur Einbindung in den Geschichts-, Biologie- und Kunstunterricht. „Wir werden auf jeden Fall Führungen für Schulklassen anbieten“, so der Museumsleiter. „Interessierte Lehrer können sich gerne telefonisch bei uns melden.“
Bis Ende Januar ist auch noch ein Teil der Waldausstellung im Multifunktionsraum des Museums zu sehen, die sich gut mit der neuen Ausstellung kombinieren lässt. „Wegen des großen Interesses zeigen wir die Exponate der Waldausstellung noch weiter“, sagt Michael Strauß. „Die funktioniert auch komprimiert sehr gut.“ Von den 100 Jahre alten Fotografien, Filmen und Exponaten des Naturschützers Hermann Reichling können die Besucher dann in den Wald von heute eintauchen.


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