Hilfsnavigation
Rathaus
Seiteninhalt

31.08.2018

Umbenennung von Straßennamen - Stadtverwaltung gibt Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, aus ihrer Sicht NS-belastete Straßenzüge zu benennen

Den verschiedenen Presseartikeln der jüngsten Vergangenheit war bereits zu entnehmen, dass derzeit in Bünde der politische Wunsch besteht, sich mit dem Thema „Umbenennung von Straßennamen“, die durch Verbindung zu Verbrechen an der Menschlichkeit oder zu Verbrechen in der NS-Zeit belastet sind, ausgiebig zu befassen.
Zwischenzeitlich liegt der Stadt eine Liste von Jörg Militzer, dem Leiter der VHS-Geschichtswerkstatt Bünde, mit insgesamt neun Straßennamen vor, die als belastet anzusehen sind. Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Straßenzüge:
1. Hindenburgstraße, 2. Saarlandstraße, 3. Frühlingsweg, 4. Friedrich-Langewiesche-Weg, 5. Kameradschaft, 6. Lettow-Vorbeck-Straße, 7. Carl-Diemstraße, 8. Wagenfeldstraße und 9. Rudolf-Kinau-Straße.

zu 1. Hindenburg, Paul von – wegen seiner Rolle bei der Machtübernahme der Nationalsozialisten umstritten, zahlreiche Umbenennungen deutschlandweit bereits durchgesetzt
zu 2. Saarland – nach heutiger Auffassung (einzige??) Benennung nach einem Bundesland, Begründung bei Umbenennung NS-Ideologisch geprägt
zu 3. Frühling – nach heutiger Auffassung (einzige) Benennung nach einer Jahreszeit, Begründung bei Umbenennung eindeutig NS-Ideologisch geprägt
zu 4. Friedrich-Langewiesche – obwohl seine Verdienste um die Stadt außer Frage stehen dürften, aufgrund seiner Annäherung an die NS-Ideologie umstritten
zu 5. Kameradschaft – nach heutiger Auffassung Benennung nach der besonderen Form zwischenmenschlicher Beziehungen, Begründung bei Erstbenennung eindeutig NS-Ideologisch geprägt
zu 6. Lettow-Vorbeck, Paul von – aufgrund seiner Beteiligung an den als Völkermord gewerteten militärischen Einsätzen in den deutschen Kolonien vielfach als Kriegsverbrecher angesehen, zahlreiche Umbenennungen deutschlandweit bereits durchgesetzt
zu 7. Carl-Diem – als Sportfunktionär aufgrund seiner opportunistischen Annäherung an das NS-Regime umstritten, zahlreiche Umbenennungen deutschlandweit bereits durchgesetzt
zu 8. Wagenfeld, Karl – obwohl Verdienste um die plattdeutsche Sprache und Heimatpflege anerkannt, aufgrund seiner schon vor der NS-Zeit offen geäußerten rassistischen und fremdenfeindlichen Grundhaltung umstritten, zahlreiche Umbenennungen deutschlandweit bereits durchgesetzt
zu 9. Rudolf-Kinau – niederdeutscher Schriftsteller, aufgrund seiner opportunistischen Annäherung als „aktiver Mitläufer“ angesehen

Der Bevölkerung soll hiermit die Gelegenheit gegeben werden, innerhalb eines Monats nach Veröffentlichung weitere Straßenzüge zu benennen, die ihnen in diesem Zusammenhang ebenfalls für wichtig erscheinen. Die Ergänzungen sollen nach Möglichkeit schriftlich und unter Angabe einer kurzen Begründung an folgende Adresse gerichtet werden: Stadt Bünde, Abteilung Bauverwaltung, Bahnhofstraße 13 u. 15, 32257 Bünde.
Im Anschluss daran ist beabsichtigt, den Verkehrsausschuss um Festlegung zu bitten, bei welchen der genannten Straßenzüge eine Umfrage bei den dort wohnenden Einwohnern vorgenommen werden soll. Die Fragestellung dabei wird sein, ob denn eine Umbenennung ihrer Straße gewünscht wird und ob gegebenenfalls Vorschläge für eine Neubenennung unterbreitet werden können.


Telefon: 05223/161-0
Telefax: 05223/161-351
E-Mail schreiben
Nachricht schreiben
Adresse exportieren